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Angst ist kein guter Berater

Grundsätzlich schützt uns Angst bei Gefahr oder Bedrohung. Deshalb vermeiden wir etwas zu tun, wo wir befürchten, in eine solche Situation zu geraten.
Deshalb ist Angst auch ein wirkungsvolles Mittel, Menschen zu manipulieren. Schon alleine die Vorstellung, in eine Situation zu geraten, die Angst in uns auslösen würde, bringt uns ins Schwitzen. Bestes Beispiel ist die Vorstellung beim Zahnarzt zu sitzen und den Bohrer zu hören.
Doch es kann zu einem gefährlichen Kreislauf werden, wenn wir aus einer Flut von ungefilterten Informationen immer schneller in Angst geraten. Es ist deshalb wichtig, die Gefahr in Relation zu setzen, wie groß sie tatsächlich für mich ist. Durch unnötige Angst verliert man wahnsinnig an Lebensqualität.
Wer nach Ägypten reist, wird mindestens von einem hören: Das wäre mir viel zu gefährlich!
An den Grenzen Krieg: Sudan und Palästina.
Im Roten Meer schießen die Huthis.
Und der Iran ist ja auch in der Nähe.
Wie kann man dort nur Urlaub machen?
Ägypten liegt nördlich am Mittelmeer und östlich am Roten Meer. Zu Land grenzt Ägypten an Libyen, den Sudan und die Sinaihalbinsel an Palästina und Israel.
Der Sudan
Da es sich im Sudan um einen innerpolitischen Konflikt handelt, also kein weiteres Land beteiligt ist, hat dieser Bürgerkrieg nie besonders die Medien interessiert und seit den Konflikten im Gazastreifen ganz in Vergessenheit geraten.
Ägypten selbst hat hauptsächlich das Grenzgebiet zu kontrollieren, da natürlich viele Flüchtlinge aus dem Sudan nach Ägypten möchten.
Die Grenze zum Sudan ist direkt im Süden, nähe Abu simbel. Da dieser Krieg nicht in den Medien ausgeschlachtet wird, hat auch niemand Angst davor. Die Nilkreuzfahrer besuchen Abu Simbel, die Taucher fahren ins Rote Meer in den Sudan.
Die Huthi
Aber wenn in den Schlagzeilen erscheint, dass die Huthis im Roten Meer zugeschlagen haben, dann glaubt man sofort, eine Fahrt nach Mahmaya sei gefährlich!
Die Huthi greifen an der Meerenge zwischen Jemen und Äthiopien an, welche etwa 3000 KM südlich von Hurghada liegt. Das ist die Entfernung von Hamburg nach Sizilien.
Übrigens : Berlin -Ukraine sind nur etwa 1.500 KM.
Ägypten ist diesbezüglich wirtschaftlich betroffen, da seit den Überfällen rund 50% weniger Containerschiffe den kürzeren Weg durch den Suezkanal nutzen und leider auch die meisten Kreuzfahrtschiffe nicht mehr das Rote Meer anfahren.
Nahostkonflikt Gaza – Israel
Vorab ist in Erinnerung zu bringen, dass der ägyptische Präsident kein Aggressor ist, sondern sich ganz klar von militärischen Konflikten raushält und sich nur als Vermittler zur Verfügung stellt. Auch im Konflikt zwischen Palästina und Israel bezieht er keine Stellung und lässt sich von keinem „vor den Karren spannen“.
Die Grenzen werden bewacht und genau geprüft, wer als Flüchtling aufgenommen wird.
Der Gazastreifen hat in etwa die Größe von Hurghada und der Grenzübergang ist Rafah, am Mittelmeer. Die Entfernung von Sharm el SheiKh zur Grenze sind 450 KM. Der Grenzverlauf zu Palästina sind etwa 15 KM. Die restlichen 430 KM ist die Grenze zu Israel.
Erweiterung des Nahostkonfliktes durch den Iran
Die Entfernung zum Ira n ist genau soweit wie Jemen/Huthi, fast 3000 KM. Die Gefahr, die hier zugenommen hat, ist, dass eine Drohne oder Bombe vom Iran nach Israel als Irrläufer versehentlich im Sinai einschlagen könnte. Doch dies wäre im Norden vom Sinai, wo keinerlei Tourismus ist und vor Reisen in dieses Gebiet seit Jahren bereits durch das auswärtige Amt gewarnt wird. Der Tourismus beginnt in Taba, am Golf von Aqaba. Dort endet auch die Grenze nach Israel.
Das Militär von Ägypten ist hervorragend aufgestellt, so dass die Grenzen sicher bewacht werden und „versehentliche“ Irrläufer, wie in Polen geschehen ist, abgewehrt werden würden.
Seit 2023 sind die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern wieder aufgenommen worden. Beide Länder sind Mitglieder der BRICS Staaten. Doch es gibt auch unterschiedliche Standpunkte besonders bezüglich des Konfliktes Israel – Hamas oder wirtschaftlichen und politischen Zielen. Auch hier handelt der ägyptische Präsident besonnen und vermittelnd.
Mein persönliches Fazit
Das Auswärtige Amt trägt dem Rechnung und hat die Teilreisewarnung seit Jahren nicht über den Norden des Sinais erweitert.
Die Welt ist unruhig geworden. Und ich wäre beim arabischen Frühling nicht auf den Tahirplatz demonstrieren gegangen und werde auch heute keine Friedensmärsche durch den Nordsinai unterstützen.
Der Präsident Ägyptens mischt sich weder aktiv in die Konflikte ein, noch lässt er sich auf eine Position ziehen, deshalb sehe ich kein erhöhtes Risiko, das Ägypten in einen Konflikt mit einbezogen wird. Von Deutschland und Europa kann man das so nicht behaupten.
Ägypten hat schon lange ein starkes Militär, welches in Deutschland jetzt erst wieder aufgebaut werden soll.
Die Menschen hier nehmen die Situation gelassener, da sie gewohnt sind, dass es in unmittelbarer Nähe mal mehr und mal weniger Konflikte ausgetragen werden. In Deutschland verfallen die Menschen entweder in Schockstarre oder bekommen Panik, weil sie langsam aber sicher aus ihrer Komfortzone rausgedrängt werden, wirtschaftlich wie politisch.
Warum sollte ich mich also hier unsicherer fühlen als in Deutschland?
Und warum solltet ihr hier keinen Urlaub machen?
Das könnt ihr jetzt mit diesen Fakten einfach noch einmal selbst bewerten und dann würden wir uns freuen, euch während eures Urlaubes eines unserer Lieblingsorte zu zeigen.
Ganz sicher und lustig!




















